Durchschnittstemperatur Deutschland 2003-Dezember 2019

Der Dezember 2019 setzte die im Juni begonnene Serie der zu warmen Monate fort. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) fasste den Monat so zusammen:

Im Dezember lag der Temperaturdurchschnitt mit 3,7 Grad Celsius (°C) um 2,9 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Gegenüber der Vergleichsperi-ode 1981 bis 2010 betrug die Abweichung nach oben 2,5 Grad. Damit landete der Dezember 2019 unter den wärmsten zehn seit dem Beginn von Messungen 1881.

Damit war der Dezember 2019 der sechste zu warme Monat in Folge (seit Juni 2019). Er war aber nicht so warm wie der Dezember des Vorjahres (3,8°C).

Einordnung

Einmal im Monat veröffentlicht der Deutsche Wetterdienst in Offenbach eine Pressemitteilung zum Wetter im abgelaufenen Monat. Diese Information betrachtet das Wetter für Deutschland insgesamt und nach Bundesländern. Wichtige Angaben sind die Durchschnittstemperatur, die Niederschlagsmenge und die Sonnenscheindauer. Bei der Temperatur wird auch immer ein Vergleich gezogen zur international gültigen Referenzperiode 1961-1990 sowie zu den Durchschnittswerten 1981-2010 (letztere liegen im Bundesdurchschnitt und bezogen auf das gesamte Jahr um 0,7°C höher). Auf diese Temperaturänderungen wird hier das Hauptaugenmerk gelegt, denn diese ist der wichtigste und am meisten signifikante Indikator für eine Klimaänderung.

Die in der obigen Grafik ausgewiesenen Abweichungen gegenüber den Referenzperioden haben sich im Dezember 2019 nur minimal verändert. Sie betragen 2,0 (vorher 2,0) bzw. 1,4 (vorher 1,3) °C.

Damit kann nun auch eine vorläufige Gesamtbilanz für das Jahr 2019 gezogen werden. Das Jahr 2019 war wiederum zu warm, deutlich zu warm. Der DWD schreibt dazu in seiner vorläufigen Jahresbilanz 2019:

Der Temperaturdurchschnitt lag im Jahr 2019 mit 10,2 Grad Celsius (°C) um 2,0 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Gegenüber der Vergleichsperiode 1981 bis 2010 betrug die Abweichung nach oben 1,3 Grad. Damit gehört 2019 neben 2018 mit 10,5 °C und 2014 mit 10,3 °C zu den drei wärmsten Jahren seit dem Beginn regelmäßiger Aufzeichnungen 1881.

Die hier von mir in der obigen Grafik dargestellten Jahre 2003-2019 zeigen, dass es in diesem Betrachtungszeitraum nur ein bzw. zwei Mal (je nach Vergleichsperiode) negative Temperaturabweichungen gab.

Die bis zum Jahr 1881 zurück reichenden Temperaturzeitreihen des DWD zeigen, dass es bis zum Jahr 2010 kein einziges gab, in dem eine Jahresdurchschnittstemperatur in Deutschland von 10 °C oder mehr erreicht wurde.

Niederschlag

Wie schon im November war auch im Dezember die Niederschlagsbilanz defizitär. Es fielen etwa 10 l/m² weniger als in diesem Monat üblich. Das sind etwa 14%

Damit erhöhte sich das Niederschlagsdefizit von -1,4% auf -7% im 12-Monatsvergleich. Im 24-Monatsvergleich auch eine leichte Erhöhung des kumulierten Defizits von -15,1% auf -16,3%.

Quellen

Alle verwendeten Daten stammen vom Deutschen Wetterdienst, der auch frühere Pressemitteilungen in seinem Pressearchiv zugänglich macht (bis 2012).

Zu Einzelheiten verweise ich auf den Beitrag vom Juni 2018 und auf diese ausführliche Darstellung.